Die baugrundgeologische Situation des Hamburger Raumes ist durch die Lage im norddeutschen Flachland im Bereich des Elbe-Urstromtales charakterisiert. Der geologische Bau des Untergrundes ist hier sehr verschiedenartig. Beteiligt sind Gesteine von der holozänen Elbmarsch bis hin zu den Keuper/Zechstein - Salinaren. Weite Bereiche des Stadtgebietes werden von quartären Bildungen eingenommen, die als glaziale (d.h. eiszeitliche) Rinnenfüllungen lokal bedeutende Mächtigkeiten bis zu 400 Metern aufweisen können und aus den Ablagerungen der Weichsel-, Saale- und Elster - Eiszeit bestehen. Eingeschaltet sind marine bis limnische (Süßwasser-) Interglazialschichten der Warmzeiten. Es sind dies Bänder- und Staubeckentone von sehr verschiedener Mächtigkeit. Als jüngste Serien werden die holozänen Gezeitenablagerungen der Elbmarsch angetroffen, die aus Klei und Torf bestehen. An präquartären Gesteinen können im Zuge von Baumaßnahmen auch lokal tertiäre Sande und Tone angeschnitten sein, die grundsätzlich einige hundert Meter mächtig sind. In der Tertiärzeit ist der Langenfelder Salzstock bis an die Erdoberfläche aufgedrungen. An seiner Südostflanke finden sich infolge der Aufschleppung Gesteine des Keupers (Mesozoikum: obere Trias), die durchaus lokale baugrundgeologische Bedeutung haben. Hier sind, besonders im Bereich Othmarschen-Langenfelde, durch unterirdische Ablaugungsvorgänge Bodeninstabilitäten (sog. Erdfälle) möglich, die zu erheblichen Gebäudeschäden führen können. Grundsätzlich ist Hamburg durch die Lage im Stromspaltungsgebiet (Norder-/Süderelbe) feuchteproblematisch. Viele Hamburger Immobilien sind im Bereich von Keller und Gründung entsprechend belastet. Besonders baubiologisch erstellte Objekte, die anstelle von mineralischer Wandsubstanz organische Materialien einsetzen, sind gegen aufsteigende Feuchtigkeit besonders empfindlich und bedürfen einer sehr sorgfältigen Standort-Auswahl.
Die Heterogenität des Untergrundes und die raschen Mächtigkeits- und Fazieswechsel (Fazies = typische Gesteinausbildung) lassen jedoch bei Bauvorhaben aller Art eine eingehende Voruntersuchung des Baugrundes als sehr ratsam erscheinen. Im Rahmen von EFH-Bauvorhaben sind leichte Rammsondierungen üblich. Standard sind zwei Abteufungen auf 6 bis 8 m unter GOK (Geländeoberkante). Hierbei werden vor allem Feuchtigkeit und Tragfähigkeit speziell beurteilt. Grundsätzlich trägt ein Bauherr, der auf eine baugrundgeologische Erkundung verzichtet, für entsprechende Folgeschäden das volle Eigenrisiko (Verlust des Gewährleistungs-Anspruchs).
Lit.: Niedermeyer, J. (1962): Baugrundgeologische Probleme in Hamburg
Der Aufwand einer baugrundgeologischen Erkundung hängt von vielen Gegebenheiten ab. Rechnen Sie für ein EFH bitte mit größenordnungsmäßig EURO 475 bis EUR 700 und fordern Sie unser detailliertes Kostenangebot an.
Hydrogeologie & Geopathologie
Im Volksglauben befinden sich im Untergrund "Wasseradern", gleichsam unterirdische Flüsse. Tatsächlich ist dem nicht so. Im Hamburger Großraum ist vielmehr regelmäßig von zwei Grundwasserstockwerken auszugehen. Geringfügig unter dem Erdboden liegt, innerhalb der weichsel- bzw. saalezeitlichen Sande, ein oberer Grundwasserspiegel. Im Mittel 200 Meter tiefer befindet sich das untere Grundwasserstockwerk in überwiegend tertiärzeitlichen Braunkohlensanden. Im Bereich von Sand- und kiesgefüllten Rinnen werden allerdings Zonen erhöhter Wasserwegsamkeit angetroffen. Besonders in der niederschlagsreichen Jahreszeit kommt es hier zu abwärtsgerichteten Wasserbewegungen. Über solchen Zonen wurden Störstrahlungen im Bereich der Wasserresonanzfrequenz (2.410 MHz) festgestellt, die auch gesundheitliche Relevanz haben sollen. Grundlagenforschung hierzu gibt es nur sehr wenig.
| Lit.: | Becke, Chr.: Wasserprospektion mit Hilfe der Radiästhesie. FH Münster, FB Energie, Gebäude, Umwelt. |
| Bergsmann, O. (1991): Risikofaktor Standort. Wissenschaftliche Untersuchung zum Problem der Standorteinflüsse auf den Menschen. Wien (Facultas). |
Ein anspruchsvolles baubiologisches Vorhaben sollte den Aspekt der geogenen Einflüsse auf den Menschen aber nicht ausblenden. Der Aufwand für eine geopathologische Mutung hält sich in Grenzen. Bestimmte Vorbedingungen müssen allerdings erfüllt sein (z.B. trockenes Wetter, geringe Luftbewegung). Den Kostenaufwand entnehmen Sie bitte unserem Preiskatalog. Die eigentliche Untersuchung erfolgt kostenlos, weil sie in ein Forschungsvorhaben eingebunden wird.