Das Problem ist alt - aber das Schadensausmaß ist neu! Seit 1990 gab es in Mittel- und Norddeutschland in 2.5 Millionen Wohnungen ernste Schimmelprobleme (Sagunski 1997). In Südwestdeutschland wurde aus jeder 5. Wohnung aerogener Schimmelschaden gemeldet (Jovanovic et al., 2001). Verantwortlich sind insbesondere die verstärkten Wärmedämm-Maßnahmen bei verringerten Luftwechselraten. Sorptionsunfähige Innenwand-Flächen, diffusionsdichte Wandkonstruktionen, hermetisch dicht schließende Fenster - aber auch banale Gründe wie verstellte Fensterbänke (Fleischmann 2003) sind, neben baulichen Mängeln, die besonders häufig festgestellte Ursache. Schimmel in Wohnräumen ist immer ein hygienisches Problem und grundsätzlich abzulehnen. Gefährlich für die Gesundheit des Menschen wird der Hausschimmelpilz immer dann, wenn die Sporulation einsetzt. Dieses Stadium kann, nachdem die "Stockflecken" an Wänden und Einrichtungsgegenstand erkennbar werden, sehr rasch eintreten. Es kommt in der Folge zu einer Infektion der gesamten Wohnung, die nicht ohne weiteres behoben werden kann und ein sehr konsequentes, sachkundiges Vorgehen erfordert. Ungeeignete Sanierungsmaßnahmen führen demgegenüber in aller Regel bereits nach wenigen Monaten zu einem erneuten Befall (Rezidiv). Schimmelpilzsporen, Milbenkot und Hausstaub sind die häufigsten Innenraumluft-Allergene, die sich zudem in der Wirkung potenzieren und zu ernsten Erkrankungen der Atemwege bis hin zu Allergien führen können, deren Behandlung bereits Milliardenbeträge verschlingt (Moriske 2001, Fleischmann 2003) und vor allem erhebliches Leid bereitet. Bei abwehrgeschwächten Personen können System-Mykosen mit katastrophaler Verlaufsform eintreten. Besonders problematisch ist verborgener, so genannter kryptischer Hausschimmel. Befallen sind Hohlräume, die nicht ohne weiteres der Beobachtung zugänglich sind. Und dennoch können die Sporen raumluftwirksam werden. Wenn Bewohner eine Schimmelpilz-Symptomatik aufweisen, ohne dass die Ursache hervortritt, kann es deshalb erforderlich sein, über raumluftanalytische Maßnahmen den Schimmelpilzbefall zunächst wenigstens indirekt nachzuweisen. Im weiteren kann über Endoskopien, gezielten Rückbau - oder im Extremfall auch mittels Schimmelhund - das Übel geortet werden. Besondere Aufmerksamkeit ist auch geboten, wenn Kindergarten- oder Schulkinder mit muffig riechender Kleidung nach Hause zurückkehren. In solchem Fall muss dem Verdacht vor Ort nachgegangen werden.
Bei der Schimmelbeseitigung favorisieren wir eine sehr moderne Methode auf Basis von Peroxycarbonsäuren. Dieses intelligente Substanz-Gemisch ist für Mensch, Tier und Pflanze ganz unschädlich. Dennoch ist die fungizide Wirkung ausgezeichnet.
Sagunski 1997: Biogene Verunreinigungen in der Innenraum- und Außenluft.
Jovanovic et al., 2001: Abschätzung der Schimmelpilzbelastung in Wohnungen in Südwestdeutschland.
Moriske 2001: Mikrobielle Verunreinigungen in Innenräumen.
Fleischmann 2003: Ursachen, begünstigende Faktoren, Auswirkungen und Prophylaxe von Feuchtigkeit und Schimmelpilzbildung in Wohnräumen.